Die BUGA 2011 Koblenz ist vorbei. Zeit mal ein kleines Resümmee zu ziehen, was einem so aufgefallen ist und was nicht offiziell vermeldet worden ist. Man kann sicher sagen, dass diese BUGA für Koblenz ein Meilenstein in Sachen positiver Stadtentwicklung und Optik gewesen ist ,und wohl auch noch nachhaltig sein wird.
Neben den ganzen Jubelarien und Pressemeldungen mit heiter drein schauenden Politikern und Verantwortlichen, hat mich mal die tatsächliche Bilanz (Gewinn oder Verlust in Euro) dieser BUGU interessiert. Von Seiten der BUGA Koblenz 2011 GmbH kamen eigentlich fast nur positive Meldungen. In Blick aktuell 42/2011 auf Seite 3 ist sogar von "…einem positiven Ergebnis in achtstelliger Höhe" zu lesen, das die Bundesgartenschau zu verzeichnen hat. Die saldierten "Mehreinnahmen" (also KEIN Gewinn!) würden sich auf fast 13 Millionen Euro belaufen. – Klingt gut, hm?
Nun ist jetzt diese kostenlose Werbe-Zeitschrift nicht unbedingt mit einer Rhein-Zeitung vergleichbar, ist jedoch ebenfalls Presseorgan, das von den Koblenzern, mal mehr mal weniger, gelesen wird. Ebenso der Koblenzer Schängel, der ausführlich über die BUGA 2011 in Koblenz berichtet hat. Von der bereits genannten Rhein-Zeitung gar nicht erst zu sprechen. Das hier sicher im hohen Maße Anzeigen geschaltet (und bezahlt worden sind) dürfte als sicher gelten. Viel Kritik ist also hier sicher nicht an Meldungen zu erwarten gewesen. Wes Brot ich ess…
Aber um mal auf konkrete Zahlen sprechen zu kommen: Die BUGA hat mindestens (!) 37 Millionen Euro direkt zurechenbarer Verlust für die rheinland-pfälzischen Steuerzahler verursacht. Umgerechnet demnach 9,25 € pro Landesbürger. Wie ich auf diese Zahl komme? Ganz einfach: ich habe sie der offiziellen BUGA-Seite entnommen. Dort stehen etwas verklausuliert die Ausgaben und Einnahmen. An Ausgaben sind 49 Millionen Euro Fördermittel für die BUGA vom Land Rheinland-Pfalz zu verzeichnen. Dazu kommen noch 28 Millionen Euro von der (mit einer fast halben Milliarde Euro verschuldeten) Stadt Koblenz. Zusammen addiert belaufen sich diese Kosten somit auf 77 Mio. Euro. Dem gegenüber stehen die gemeldeten Rekord-Einnahmen von 40 Millionen Euro der BUGA Koblenz 2011 GmbH. Ziehe ich von den 77 Mio. Ausgaben also die 40 Mio. Einnahmen der BUGA ab, verbleibt ein Minus von satten 37 Millionen Euro für diese Bundesgartenschau in Koblenz.
Wie man anhand solcher nachvollziehbaren Zahlen in Jubelarien verfällt entzieht sich schlicht und einfach meinem Verstand! Ganz nebenbei bemerkt: Dieser direkt zurechenbare Verlust ist noch vorsichtig berechnet! Im Koblenzer Schängel ist so zum Beispiel in der Ausgabe vom 19. Oktober KW 42 direkt auf der ersten Seite zu entnehmen, dass das Land Rheinland-Pfalz insgesamt 150 Mio. (!) Euro für das Projekt BUGA ausgegeben hat. Hierunter fallen nämlich auch die Kosten für die Renovierung von der Festung Ehrenbreitstein, für Schloss Stolzenfels und den Hochwasserschutz. Also von 150 Mio Euro mal bitte 40 Mio abziehen und man kann in etwa die Größenordnung abschätzen, was diese Buga an direkt zurechenbaren Ausgaben und Einnahmen gebracht hat.
Natürlich sind auch indirekte Einnahmen durch Verkauf von Speis und Trank sowie Übernachtungen angefallen. Aber diese Höhe entzieht sich jedoch jeglicher Überprüfung. Selbst bei geschätzen 100 Millionen direkten Mehreinnahmen (was kaum realistisch ist) wäre somit immer noch ein Minus von 10 Millionen vorhanden.
Ob sich diese "Investitionen", Politiker kennen ja keine Ausgaben sondern nur "Investitionen", jemals rechnen werden sei dahein gestellt. Natürlich hat Koblenz optisch deutlich an Attraktivität gewonnen. – Keine Frage! Aber um welchen Preis (für den Steuerzahler)?
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