Jürgen Klinsmann gefeuert – Gut so?

Jetzt ist es also offiziell: Jürgen Klinsmann wurde von den Bayern-Bossen gefeuert. Wie hoch der Leidensdruck bei Rummenigge und Hoeness gewesen sein muss, kann man sich wohl vorstellen. Ansonsten wäre solch eine öffentliche Demontage ihres "Wunschtrainers" wohl kaum auf diese Art und Weise erfolgt. Zumal die übliche Dankesfloskel zum Abschied gerade mal das nötigste enthielt. Aber was hätten Sie auch sonst groß reinschreiben sollen?

Von seinem eigenen Anspruch her war Klinsmann unter seinen Möglichkeiten geblieben. Was ihm allerdings kein halbwegs informierter Zeitgenosse als eigenen Fehler aufs Brot schmieren kann. Es ist nicht zu vergessen: Der Kader der Mannschaft stand bereits als er sein Traineramt annahm. Insofern konnte er nur mit der Qualität arbeiten, die er auch vorfand. – Was nicht gerade für die Mannschaft spricht ! In seiner Zeit als Nationaltrainer konnte er die Mannschaft aufstellen wie er es für richtig hielt – und war erfolgreich dabei. Es scheinen also auch die Rahmenbedingungen für das Scheitern eine Rolle gespielt zu haben.

Erschwerend kamen noch Fußball-Legasteniker wie Ottl und Oddo hinzu, die man meist eher in einem Sanatorium für Fußkranke vermutet hätte denn bei einem Fußballklub der europäischen Spitzenklasse. Dazu ein abwanderungswilliger Spielmacher (der nach der Saison wohl auf der Gehaltsliste vom FC Barcelona auftauchen dürfte), Leistungsdefizite bei ehemaligen Leistungsträgern (Demichelis) und die ganze Meute an intrigenfreudigen Medien aus München. Nicht gerade die besten Voraussetzungen um Erfolge vorzuweisen.

Allerdings sind die größten Verlierer der Vorstand des FC Bayern. Klinsmann hätte zumindest seine Demission nach der Saison erhalten können. Das hätte beiden Seiten gut zu Gesicht gestanden. Jetzt für 5 Spiele mit einem neuen Trainer ins Rennen zu gehen ist ein noch höheres Risiko. – Aber wer weiß? Vielleicht hatte Klinsmann bei seinen Spielern ja auch keinen guten Stand mehr? Die Unterstützungsbekundungen für ihn durch die Mannschaft hatten mehr Alibi-Charakter denn tatsächliches Commitment.

Allerdings kann Klinsmann beim besten Willen nicht "sehr enttäuscht" gewesen sein – dafür waren die Signale und der negative Trend einfach zu eindeutig. Es war doch nur noch eine Frage der Zeit, wann die Entlassung kommen würde – sofort oder nach der Saison. Oder etwa nicht? 

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One Response to Jürgen Klinsmann gefeuert – Gut so?

  1. Udo

    Die Art und Weise fand ich auch ein wenig würdelos muss ich sagen.