Man kann ja von Sacha Baron Cohen halten was man will: Sein Handwerk (die inszenierte Provokation) versteht er jedenfalls perfekt. Allerdings hat auch er wenig Einfluß auf die öffentliche Meinung (trotz Zensur von Kritikern), die sich zum Beispiel über Twitter äußert. In der Welt steht recht eindrucksvoll, wie der neue "Brüno"-Film von Cohen kurz nach dem Start in den USA mit drastischen Besucherrückgang zu kämpfen hatte.

Was lehrt uns das? Durch die neuen Kommunikationsformen im Internet sind Unternehmungen und Projekte sofort unmittelbarer Kritik ausgesetzt, die über den Erfolg des Vorhabens entscheidend sein kann. Durch die Transparenz im Internet werden die Unternehmen zu einer knallharten Nabelschau verdonnert. Bisherige PR-Aktionen wie Pressemeldungen oder PR-Berichte werden zur Makulatur, da die Kunden selber und ungefiltert Ihre Erfahrungen bzw. Eindrücke über das Produkt via Internet publizieren – und zwar dauerhaft! Nicht nur bis zur nächsten Ausgabe einer Zeitungsausgabe.

Es galt bisher der Spruch in den Redaktionen: "Das Archiv ist die Rache des Redakteurs." Heute kann man wohl locker sagen: "Das Internet ist die Rache des (enttäuschten) Kunden." Es sind keine kostenpflichtigen und proprietären Medienkanäle mehr in Anspruch zu nehmen – Twitter-Account oder eigener Blog genügt. Wenn da nicht ein entsprechendes Reputations-Management aufgebaut ist wird ein größerer PR-Flurschaden sich wohl kaum mehr vermeiden lassen.

Der Schaden, der sich über Twitter in Sachen Brüno entwickelt hat läßt sich zwar nicht genau quantifizieren, läßt jedoch eine Aussage mit Sicherheit gelten: Wer nicht auch über Twitter eine Kommunikation zwischen Kunden und Produzent/Unternehmen sicherstellt läuft extrem Gefahr Umsätze zu verlieren. Hätte ich zwar auch nicht gedacht, wird in der Praxis allerdings eindrucksvoll widerlegt wie das aktuelle Beispiel belegt.

Twitter stand ich bisher etwas unentschlossen gegenüber. Bin aber jetzt durch die Offenheit des Systems von dessen Vorzügen überzeugt. Es ist eine hervorragende Ergänzung zu bestehenden Blogs. Zudem man von seinem Blog auch Nachrichten ("Tweets") an Twitter versenden kann.

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